Rauchfarbener Milchling – August 2026

Rauchfarbener Milchling
Lactarius Azonites
azonit- = ohne Zonen
Französisch: Lactaire non zoné
Allgemeines
Die Milch des Rauchfarbenen Milchlings (L. Azonites) tritt zunächst weiß aus und bleibt auch weiß. Erst wenn sie mit dem Pilzfleisch in Kontakt kommt, verfärbt sie sich rosa.
Es gibt mehrere weitere Milchlingsarten, deren Milch sich ebenfalls rosa färbt, sobald sie das Fleisch berührt. Dieses Merkmal ist typisch für die Korallenreizker (Sektion Plinthogali). Ihre Hüte sind meist milchkaffeebraun, braun bis rußig schwarzbraun, ihr Fleisch färbt sich mehr oder wenig rosarot. Die Arten innerhalb dieser Sektion lassen sich nicht immer leicht unterscheiden.
Zu den charakteristischen Vertretern dieser Sektion gehören:
Foto: Silvia Bosch
Vorkommen
- Mykorrhiza-Pilz mit Buchen oder Eichen.
- Auf basenreichen Böden.
- Von Juli bis Oktober.
Typische Erkennungsmerkmale
- Fehlende Zonierung.
- Am Fleisch rosa färbende Milch.
- Das Fleisch ist weißlich, verfärbt sich aber an der Luft oder auf Druck rosa.
Zeichnung: Hanna Maser
Makroskopische Merkmale
Hut: 4-9 cm, jung gewölbt, später ausgebreitet und oft leicht niedergedrückt. Die Oberfläche ist matt, trocken, meist wolkig rauchbraun bis wildlederfarben, ohne die typischen konzentrischen Zonen vieler anderer Milchlinge – daher der Name azonites.
Lamellen: blass creme bis ocker, leicht herablaufend, oft mit Anastomosen.
Stiel: 3–6 cm, zylindrisch, farblich dem Hut ähnlich, aber stets heller. Im Alter oder nach Berührungen mit rötlichen Flecken.
Fleisch: weißlich, fest, spröde, im Schnitt nach einigen Minuten rosa anlaufend
Geruch: unauffällig, teils seifig.
Milch: weiß, am Fleisch rosa verfärbend, etwas scharf.
Sporenpulverfarbe: Ockergelb
Fotos: Silvia Bosch
Mikroskopische Merkmale
Sporen: Fast kugelig (Q:1-1,1), 7,5–9 × 7–8 µm, deutlich amyloid. Das Sporenornament ragt bis zu 1,5 µm hervor und besteht aus wenigen isolierten Warzen sowie Rippen, die zu einem netzartigen Muster verbunden sind.
Basidien:
50–65 × 13–15 µm, keulig, 4-sporig.
HDS: Dünne Schicht parallel liegender Hyphen von 3–5 µm Breite mit vorstehenden, zystidenartigen Hyphenenden, 3–9 µm breit, keulig bis kopfig geformt.
Unter dieser Schicht liegen rundliche bis birnenförmige Zellen, etwa 12–30 µm lang und 9–22 µm breit.
Zeichnung: Hanna Maser
Verwertbarkeit
Der Rauchfarbene Milchling ist ungenießbar.
Verwechslungen
Der Rußbraune Milchling (L. fuliginosus) ähnelt dem Rauchbraunen Milchling (L. azonites) sehr, unterscheidet sich jedoch durch seine insgesamt dunklere Färbung, besonders an den Stielen.
Die Milch des Rosaanlaufenden Milchlings (L. acris) verfärbt sich sofort an der Luft rosa, ohne Kontakt zum Fleisch. Sein Hut ist im feuchten Zustand deutlich schmierig.
Der Rauchfarbene Milchling (L. azonites) kann ohne mikroskopische Untersuchung leicht mit dem Flügelsporigen Milchling (L. pterosporus) verwechselt werden. Mikroskopisch zeigt der Flügelsporige Milchling (L. pterosporus) jedoch eine charakteristische Sporenornamentation aus bis zu 2-2,5 µm hohen Graten.
Weiterführende Links und Literatur:
Winkler, R. & Keller, G. (2023): Pilze Mitteleuropas, Haupt Verlag
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