Schwefelritterling – Juni 2026

Schwefelritterling
Tricholoma sulfureum (Bull. Ex Fr.) Kummer
sulfureus =: schweflig, schwefelgelb
Englisch: Sulphur Knight, Französisch: Tricholome soufré
Allgemeines
Bei den etwa 60 Arten der Gattung Tricholoma = Ritterling handelt es sich um große bis mittelgroße Blätterpilze, die in Ektomykorrhiza mit Waldbäumen leben. Ihre Lamellen sind durch eine Ringfurche („Burggraben des Ritterling“) vom Stiel getrennt, also nicht angewachsen oder gar herablaufend, der Sporenstaub ist weiß, die Sporen sind glatt und inamyloid, ein Velum ist meist nicht vorhanden. In der Gattung stehen auch einige Giftpilze.
Vorkommen
- Juli bis Oktober-(November);
- im Laub- und Nadelwald auf Kalk oder besseren Böden, typisch für Buchenwälder;
- verbreitet.
Typische Erkennungsmerkmale
- Lamellen, Stiel und Fleisch sind schwefelgelb;
- Der starke karbidartige Gasgeruch;
- Die trockene Huthaut;
- Die breiten, dicken, entfernt stehenden Lamellen
Makroskopische Merkmale
Der 3-7-(10) cm große Hut ist gelbfuchsig bis gelbolivlich gefärbt, in der Mitte auch bräunlich. Er ist recht dünnfleischig, zuweilen schwach gebuckelt, aber auch niedergedrückt. Die Huthaut ist trocken, nie schmierig, seidig glatt und lässt sich nicht abziehen. Die am Stiel ausgebuchteten Lamellen sind dick, breit, schwefelgelb gefärbt und stehen entfernt. Der längsfaserige Stiel (5-10/0,8-1,5-(2,3) cm) ist als schlank anzusprechen, jung voll, später auch hohl. Er ist wie die Lamellen gefärbt, doch färben sich die Fasern mit der Zeit fuchsigbräunlich. Das schwefel- bis grünlichgelbe Fleisch ist im Hut blasser gefärbt, ihm entströmt ein unangenehmer, leuchtgasartiger Geruch. Des Geruchs wegen wird wohl auch der Geschmack als widerwärtig bezeichnet, obwohl er eigentlich mild ist. Der Sporenstaub ist reinweiß.
Mikroskopische Merkmale
Die elliptsichen bis zitronenförmigen, hyalinen Sporen sind 8,5-12-(14)/5-6 µm groß
Verwertbarkeit
Verwechslungen
Tricholoma bufonium, Brauner Schwefelritterling, der früher meist als Varietät aufgefasst wurde, hat eine rötlich- bis purpurviolettbraune Hutmitte, ebenfallls schwefelgelbe Lamellen und wächst unter Nadelbäumen.
Tricholoma inamoenum, Lästiger Ritterling, besitzt den gleichen stark unangenehmen Geruch, ist aber durch seine schmutzigweißen Farben (weiß-hellbräunlicher Hut, weißlicher Stiel mit blassockergelber Mitte, weißgelbliche Lamellen) unterscheidbar; er besitzt zudem im Alter schwarz verfärbende Blattschneiden und größere Sporen.
Tricholoma album, Weißer Ritterling, mit ebenfalls weißlichblassen Farben, riecht stark widerlich, schmeckt bitter und scharf, hat dichtstehende Lamellen und wächst im Laubwald.
Tricholoma flavovirens, Grünling oder Edelritterling, unterscheidet sich durch das Fehlen des unangenehmen Geruchs (riecht schwach mehlartig), das weiß, in der Hutmitte dicke Fleisch, den schmierig-klebrigen Hut, die dichtstehenden Lamellen und den Wuchsort bei Kiefern auf meist sauren Sandböden.
Tricholoma sulfurescens Bres., Gilbender Ritterling, hat einen weißlichen Hut mit gelblichem Schein oder auch ockerfarbenen Flecken, einen weißen, abwärts gelbflockigen Stiel, weiße Lamellen und gilbendes Fleisch, einen ranzigen Geruch und bitter-schärflichen Geschmack;
Farbähnliche Schwefelköpfe der Gattung Hypholoma wachsen büschelig an Holz und besitzen jung ein schleierartiges Velum, ihre Lamellenfarbe ändert sich später ins Purpurbraune.
Weiterführende Links und Literatur:
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