Zimtfarbener Weichporling – März 2017

Hapalopilus nidulans - Zimtfarbener Weichporling

Zimtfarbener Weichporling

Hapalopilus nidulans

(Fr.) Karsten

nidulans = ein Nest bauend

Allgemeines

Die Gattung Hapalopilus = Weichporling ist in Mitteleuropa mit 1 – 3 Arten (je nach Auffassung) vertreten. Es sind Holzsaprophyten, die Weißfäule hervorrufen. Ihr Hyphensystem ist monomitsch. Der Zimtfarbene Weichporling verfärbt sich durch einen Tropfen Lauge, z.B. Kalilauge (KOH), nämlich kräftig pink-violettfarbig, und ist daher deutlich von anderen Porlingsarten unterschieden. Ursächlich hierfür ist ein Farbstoff des Pilzes, die (giftige) Polyporsäure, welche bis zu 20% des Trockengewichtes ausmachen kann. Die Art ist durch ihren hohen Anteil an Polyporesäure giftig, und kann – insbesondere bei Kindern – gefährliche Vergiftungen verursachen.

Vorkommen

  • Fast ganzjährig,
  • an abgefallenen Stämmen von Eiche, Buche, Hasel und Weide (selten Tanne).

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Der in allen Teile gleichmäßig zimtfarbene Fruchtkörper;
  2. Die auffallend weiche Konsistenz des stiellosen Porlings;
  3. Mit Laugen verfärbt er sich (auch an Exsikkaten) sofort leuchtend pink-violett

Makroskopische Merkmale

Die Fruchtkörper des Zimtfarbenen Weichporlings wachsen eher einzeln, oder zu 2er oder 3er Gruppen und sind abgetrocknet auffällig leicht. Sie sind 3-8-(14) cm breit, an der Anwuchsstelle bis zu 3 cm dick; mit stumpfen Rand, ohne feste Oberflächenkruste; zimtfleischfarben, trocken fensterlederfarbig; getrocknet zerreibbar.

Röhren: ziemlich lang, Poren mittelweit, verlängert, vieleckig, nicht schillernd, beim Trocknen nicht verklebend

Trama: zimtgelblich bis rhabarberfarben; weich; etwas saftig; getrocknet recht leicht und wohlriechend; mit Laugen oder Ammoniak pink-violett, mit Alkohol blaue Verfärbung.

Sporenpulver: strohgelblich

Mikroskopische Merkmale

 

Zeichnungen: Frau Dr. Maser

Hyphen im Kontext locker verflochten 4-5-6(-7+) μm Ø
Wand etwas verdickt bis stark dickwandig, hyalin, große Schnallen
± dicht mit ockergelben Körnchen (Polyporsäure) besetzt, die sich in Laugen sofort zu einer rotvioletten Lösung auflösen

Hyphen in den Röhren jung dünnwandig, 2,5 – 3 mm Ø
älter mit kräftiger Wand, ± 3 μm Ø

Basidien (10)12-15(18/4-5 μm
keine Zystidiolen

Sporen 3,5-4,5(5,5)/2-2,5-3- μm 

Verwertbarkeit

Die Art ist durch ihren hohen Anteil an Polyporesäure giftig, und kann – insbesondere bei Kindern – gefährliche Vergiftungen verursachen. So sehr neu ist die Kenntnis über die Giftigkeit von H. nidulans übrigens nicht. Herrmann, Langner und Bauer et. al berichten im Mykologischen Mitteilungsblatt (32 v. 1989) über Vergiftungsfälle aus den Jahren 1985 und 1986. Diese Erkenntnis hat bisher leider kaum Eingang in die volkstümliche Pilzliteratur gefunden. Auffällig bei der Vergiftung ist die lange Inkubationszeit, welche bis zu 12 Stunden und mehr beträgt. Die Erkrankten klagen über Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen usw. und bekommen Nieren- und Leberprobleme. Ihr Urin verfärbt sich violett.

Verwechslungen

Hapalopilus croceus, Safrangelber Weichporling, ein farbschöner weicher Porling, wurde bisher nur selten in frischem Zustand gefunden; wächst an Eiche und Esskastanie; bei noch wachsenden Fruchtkörpern sind die Poren orangefarbig, später werden sie dunkelbraun, die Trama ist wässrig gezont und zeigt mit Lauge keine Verfärbung, die getrocknete Trama ist nicht zerreibbar; die Sporen sind größer.

Pycnoporellus fulgens, Leuchtender Weichporenschwamm, wächst vorwiegend an Nadelholz, montan, verfärbt mit Lauge tintenrot.

Pycnoporus cinnabarinus, Nördlicher Zinnoberschwamm ist in Aussehen und Größe ähnlich, aber heller gefärbt (manchmal auch rötlich angehaucht.)

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