Kuhmaul – Oktober 2014

Okt 12, 2014

Kuhmaul

Gomphidius glutinosus

(Schaeffer 1774:Fr. 1821) Fr. 1835

Zeichnungen Dr. Maser

Allgemeines

Die Gattung Schmierlinge (Gomphidius Fr.) zeigt verwandtschaftliche Beziehungen zu den Schmierröhrlingen (Suillus). Von den etwa sechs europäischen Arten der Gattung ist das Kuhmaul, 1774 von Schaeffer, 1836 von Fries beschrieben, ein leicht kenntlicher Pilz.

Vorkommen

  • Fichten-Mykorrhiza-Pilz, nie im Laubwald anzutreffen;
  • recht häufig in jungen Fichtenbeständen der Alpen und Süddeutschlands;
  • gesellig, doch nicht büschelig;
  • Juli – Oktober;
  • stellt keine besonderen Bodenansprüche.

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Farblos-durchsichtiger, stark schleimiger Überzug des Hutes, der im jungen Zustand auch noch den Stiel überkleidet und die Lamellen wie durch ein Fenster erkennen lässt;
  2. Im reifen Zustand sind die Schleimreste am Stiel durch herabgefallenen Sporenstaub schwarzgefleckt;
  3. Die Stielbasis ist außen und im Schnitt kräftig zitronen- bis chromgelb gefärbt.

Makroskopische Merkmale

 

Der 5 – 12 cm große Hut ist von graubrauner bis schokoladenbrauner Farbe, mitunter ist er auch grauviolettlich getönt, im Alter schwarzfleckig.

Die Hutform ist anfangs halbkugelig, später verflachend, schließlich in der Mitte auch vertieft.

Die dickfleischigen Lamellen laufen deutlich am Stiel herab, stehen entfernt, sind fast wachsartig, doch feucht und auch teilweise gegabelt; anfangs sind sie weißlich, dann blassgrau, zuletzt durch den Sporenstaub fast schwarz gefärbt; an Druckstellen verfärben sich die Lamellen nicht.

Der zunächst weiße, später schmutziggraue Stiel ist am Stielgrund außen und innen gelb gefärbt; der hochsitzende Schleimring oder –wulst färbt sich bald durch herabfallenden Sporenstaub schwarzfleckig.

Das Myzel an der Stielbasis ist nicht amyloid oder dextrinoid.

Das mit Ausnahme des Stielgrundes weißliche und weiche Fleisch zeigt nur schwachen Geruch und besitzt einen milden Geschmack.

Der Sporenstaub ist in Masse fast schwarz.

Mikroskopische Merkmale

 

Glatte, langelliptische, recht große Sporen mit etwas schiefer Basis, in ihrer Form an Röhrlingssporen erinnernd, 18-22/5-7 μm groß, dunkelbraun gefärbt; an den Lamellen befinden sich zylindrische Zystiden, etwa 100-120 μm lang.

Verwertbarkeit

Das Kuhmaul kann als Speisepilz empfohlen werden, wenn auch das weiche Fleisch nicht sonderlich kräftig schmeckt. Es empfiehlt sich allerdings, den Schleimüberzug schon am Fundort durch Abziehen zu entfernen, da sonst das ganze Sammelgut verschmiert wird.

Verwechslungen 

Recht ähnlich ist der etwas kleinere Fleckende Schmierling, Gomphidius maculatus, mit fleischbraunem bis rosafarbenem Hut, dessen Lamellen beim Reiben weinrot anlaufen und rostbraun flecken; auch sein Fleisch rötet; der Stiel ist braunrot punktiert und nicht schleimig; der Fleckende Schmierling ist ein Lärchenbegleiter.

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