Unser Arbeitskreis

„Kann man den essen?“ – Für viele ist das die erste Frage beim Anblick eines Pilzes. Unser Arbeitskreis sucht jedoch nach fundierteren Antworten. Die genaue Bestimmung der Arten, die Beschäftigung mit ihren Merkmalen und gegebenenfalls die mikroskopische Untersuchung stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Seit vielen Jahren kommt der Arbeitskreis an jedem dritten Samstag im Monat im Haus des Waldes in Stuttgart-Degerloch zusammen. Dort stehen uns geeignete Arbeitsplätze sowie Aufbewahrungsmöglichkeiten für unsere Fachliteratur zur Verfügung.

Pünktlich um 9 Uhr treffen wir uns dort und richten zunächst die Arbeitsplätze ein. Anschließend erkunden wir gemeinsam den umliegenden Wald auf der Suche nach Pilzen. Nach etwa 1 bis 1,5 Stunden kommen alle wieder im Arbeitsraum zusammen und beginnen mit der Bestimmungsarbeit. Häufig bringen Teilnehmende auch interessante Funde von zu Hause mit.

Für die Bestimmung vieler Pilze ist die Farbe des Sporenpulvers ein wesentliches Merkmal. Deswegen werden diese zuerst zum Aussporen ausgelegt. Nach einer ersten makroskopischen Einordnung wird mit verschiedener Literatur geschlüsselt. Dabei diskutieren wir über die im Schlüssel abgefragten Merkmale – etwa darüber, ob die Lamellen angewachsen oder frei sind, wie der Pilz riecht, wie die Stielbasis beschaffen ist oder welche Reaktionen bestimmte Chemikalien hervorrufen. Führt dies nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, wird ein Präparat angefertigt und mikroskopisch untersucht. Betrachtet werden unter anderem Sporenform und ‑größe, das Auftreten spezifischer Zystiden sowie die Struktur der Hutdeckschicht. Diese Mikro-Merkmale werden anschließend mit der Fachliteratur verglichen, um eine sichere Bestimmung zu gewährleisten. Besonders wertvoll ist dabei der gemeinsame Erfahrungsaustausch, etwa darüber, wie sich aussagekräftige Präparate herstellen lassen. Auch Myxomyzeten (Schleimpilze) finden immer wieder Beachtung.

Oft ist es alles andere als einfach, einen Pilz bis auf Artebene sicher zu bestimmen. Nicht selten wird intensiv diskutiert, bis schließlich ein stimmiges Ergebnis gefunden und ein passendes Namensschild geschrieben werden kann.

Für die Mittagspause bringt sich jeder Vesper und Getränke mit. Hier steht die Geselligkeit im Mittelpunkt, bevor weitergearbeitet wird. Nach der gemeinsamen Kaffeepause schließen wir den Tag mit einer Abschlussbesprechung ab, in der die spannendsten Funde vorgestellt werden. Dabei ist es uns wichtig, dass alle Teilnehmenden Gelegenheit haben, ihre Ergebnisse zu präsentieren. Meist ist es dann auch schon 16:00 oder 17:00 Uhr und es heißt: Arbeitsplätze aufräumen, sich zu verabschieden und sich auf den nächsten Arbeitskreis zu freuen.

Interessierte Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Personen, die zum ersten Mal teilnehmen möchten, bitten wir um eine vorherige Anmeldung über die Kontaktseite.

Diese Veranstaltung ist für Kinder eher nicht geeignet, weil oft viele giftige, manchmal auch tödlich giftige Pilze, unbeobachtet offen auf den Tischen liegen. Sowie die konzentrierte Bestimmungsarbeit, in der Regel auch mit Mikroskopen, ist erfahrungsgemäß für Kinder wenig spannend.