Schmetterlingstramete – Februar 2026

Schmetterlingstramete
Trametes versicolor
trametes: einer, der dünn ist
versicolor: vielfarbig
Englisch: Turkeytail, many-colored polypore; Französisch:Tramète versicolore
Weitere Volksnamen: Schmetterlingsporling, Bunte Tramete
Allgemeines
Die Fruchtkörper der Trameten wachsen meist konsolenartig, halbkreisförmig, oft dachziegelartig am Substrat. Sie sind ohne Stiel. Ihre Fruchtschicht besteht aus Poren, die fest mit dem Fruchtfleisch (Trama) verbunden sind und oft wie eingebohrt wirken. Die Porenform kann je nach Art variieren: Bei der Buckeltramete (Trametes gibbosa) sehen sie aus wie Kommas, während bei der rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa) sie sogar lamellenförmig ausgebildet sein können.
Das Sporenpulver aller Trameten ist weiß und inamyloid.
Foto: Achim Bollmann
Vorkommen
- Wächst an totem Holz, bevorzugt bei Laubholz
- Lichtliebend
- Einjährig und weit verbreitet
- Weißfäule-Erreger
Typische Erkennungsmerkmale
- Hüte auffällig in verschiedenen Farben gezont
- Kleine Poren an der Unterseite
Makroskopische Merkmale
Fruchtkörper: Besteht aus mehreren Hüten, die teilweise zusammenwachsen.
Hut: 2-8 cm groß, dünn, halbkreisförmig mit fächerförmig gewelltem Rand, dachziegelartig übereinander wachsend. Die Farbvariation umfasst unterschiedliche braune, gelbe und blaue Töne, abwechselnd filzig und glatt, mit einer hellen Zuwachskante.
Poren: weißlich, rundlich und klein (3-5 je mm), fest mit dem Fleisch verwachsen
Fleisch: Zäh, hell, mit unbedeutendem Geruch.
Sporenpulverfarbe: weiß, inamyloid
Fotos: Silvia Bosch
Mikroskopische Merkmale
Die Schmetterlingstramete ist trimitisch, was bedeutet, dass sie aus drei verschiedenen Hyphenarten besteht: generativen Hyphen, Skeletthyphen und Bindehyphen. Diese strukturelle Eigenschaft macht trimitische Pilze zäher und korkartiger, und sie sind härter als dimitische (nur generative und Skeletthyphen) oder monomitische (nur generative Hyphen) Arten.
Verwertbarkeit
Die Schmetterlingstramete ist zäh und nicht essbar und wird gelegentlich als „Kaugummi des Waldes“ bezeichnet. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt sie als Heilpilz, der als Tee zubereitet das Immunsystem stärken soll.
Aufgrund ihres ansprechenden Aussehens findet sie auch in der Floristik Verwendung. Nach dem Trocknen und Lackieren können aus ihr dekorative Broschen hergestellt werden, die im 19. Jahrhundert in Frankreich beliebt waren und an Hüte gesteckt wurden. Zudem eignet sie sich zur Herstellung von Mykoholz, das in der DDR zur Bleistiftherstellung verwendet wurde; hierzu werden Holzstämme mit Pilzmyzel geimpft.
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Verwechslungen
Die Schmetterlingstramete kann leicht mit der Zonen-Tramete (Trametes ochracea), auch Ockertramete genannt, verwechselt werden. Während das Fleisch der Zonen-Tramete von außen nach innen dicker wird, bleibt die Schmetterlingstramete auch an der Anwachsstelle dünn. Die Zonen-Tramete weist keine Blautöne auf, während die Schmetterlingstramete in dieser Hinsicht variabel ist. Zudem sind die Sporen der Schmetterlingstramete schmäler, was jedoch nicht immer leicht zu unterscheiden ist. Schichtpilze (Stereum) können von oben ebenfalls ähnlich aussehen, besitzen jedoch keine Poren an der Unterseite.
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