Bericht über die große Pilzausstellung im Haus des Waldes

Bericht über die große Pilzausstellung im Haus des Waldes
Am 04. und 05. Oktober fand in diesem Jahr wieder unsere große Pilzausstellung im Haus des Waldes statt. Trotz des nicht ganz optimalen Wetters konnten wir zahlreiche Besucher willkommen heißen. Auch wenn die genaue Zahl nicht ermittelt werden konnte, schätzen wir, dass etwa 1400 Menschen an beiden Tagen die Ausstellung besucht haben.
Ein Novum war, dass wir in diesem Jahr unsere Helfer auch über die Info-Mail gesucht und gefunden haben, was zu einer besseren Besetzung im Vergleich zum Vorjahr führte. Ein herzliches Dankeschön an alle, die tatkräftig unterstützt und geholfen haben!
Die Ausstellung bot eine beeindruckende Fülle an Pilzen – zum einen, weil der Wettergott uns wohlgesonnen war, zum anderen, weil viele Pilzfreunde fleißig gesammelt haben. Insgesamt konnten wir über 280 verschiedene Arten präsentieren.
Neben dem bewährten Giftpilztisch wurde in diesem Jahr ein weiterer Tisch für Pilzberatungen eingerichtet, an dem über 30 Beratungen durchgeführt wurden. Besonders zu erwähnen war eine wunderschöne und streng geschützte Schleiereule (Phlegmaciumpraestans), die von einem Ratsuchenden mitgebracht wurde. Diese fand ihren Platz auf dem Ausstellungstisch, wo sie viele Besucher begeisterte.
Wie bereits letztes Jahr bereicherte Noah Fischer, unser junger Spezialist für Schleimpilze, die Ausstellung mit einem eigenen Schleimpilzstand. Dank der bereitgestellten Stereolupe konnten die Besucher die filigranen Schönheiten bewundern und staunten über die faszinierenden Entdeckungen im Kleinen.
Für den langen Tisch kamen dieses Jahr zum ersten Mal unsere neuen praktischen Tischauflagen zum Einsatz. Die Styroporplatten, die hinter Holzrahmen versteckt sind, lassen sich nun schneller auf- und abbauen, und unsere Tische sehen dadurch hübscher aus.
Wir hätten gerne den giftigsten aller Röhrlinge, den Satansröhrling (Rubroboletus satanas), gezeigt. Leider wuchs dieser jedoch zwei Wochen zu früh. Er wurde dennoch eingesammelt und kurzerhand eingefroren, in der Hoffnung in diesem Zustand die Merkmale auch noch erklären zu können. Er hielt jedoch nicht lange durch und entwickelte nach wenigen Stunden einen unangenehmen Geruch, sodass wir ihn bedauerlicherweise entsorgen mussten.
Safranblauer Schleimfuß (Cortinarius croceocaeruleus)
Schleiereule (Cortinarius praestans).
Besonders spannend für viele Besucher ist die Unterscheidung zwischen essbaren Pilzen und ihren Doppelgängern. So konnten wir beispielsweise das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) im Vergleich zum Gifthäubling (Galerina marginata) sowie den Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis) im Gegensatz zum Gallertkäppchen (Leotia lubrica) vorstellen. Einige Besucher waren überrascht zu erfahren, dass es auch Champignons (Agaricus) gibt, die man besser meiden sollte. Ein Besucher bemerkte nach unserer Aufklärung: „Oh, da habe ich bisher ja richtig Glück gehabt, immer die richtigen erwischt zu haben!“ Diese Anekdote verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig unsere Aufklärungsarbeit ist, um eventuellen Magen-Darm- Problematiken oder Schlimmerem vorzubeugen.
An den Tischen fanden jedenfalls zahlreiche interessante Gespräche statt, und es steht außer Frage, dass alle interessierte Teilnehmer – sowohl vor als auch hinter den Tischen – viel dazugelernt haben.
Wichtig ist jedoch, dass nicht nur der Kopf, sondern auch der Magen gefüllt wird…
Jetzt kommt das Küchenteam ins Spiel…
Denn wenn man sich bei Pilzen gut auskennt und in der Speisenzubereitung bewandert ist, sind viele Pilzarten ein wahrhaftiges kulinarisches Highlight. So wurden von „unserem“ Koch Bernd Fischer zahlreiche Fruchtkörper zu einer herrlichen Pilzsuppe und einer deftigen Pilzbutter in einer seitens der Evangelischen Gesellschaft e.V. (eva) zur Verfügung gestellten Gro.küche meisterlich verarbeitet und später vom Küchenteam im sog. Weltcafé des Haus des Waldes dargeboten.
Um den teilweise tsunamiartigen Massenandrang zu bewältigen, hatten alle Küchenhelfenden während den beiden Tagen viel zu tun. Aber unter der Regie unserer „Master-Managerin“ Gabi Draxler war nicht nur alles stabsrahmenmäßig vorbereitet, sondern flutschten die Arbeitsgänge und alle Rädchen griffen ineinander.
Neben den herzhaften Pilzprodukten wurden natürlich auch mannigfache sü.e Backwerke angeboten, die dieses Jahr am laufenden Band von den vielen Spendern angeliefert und dankbar entgegengenommen wurden. Und das Kuchensortiment konnte sich wahrlich sehen lassen. Um möglichst vielen Bedarfen gerecht zu werden, wurden weit über das Standardsortiment einer großen Bäckereifiliale hinaus zusätzlich sogar Kuchenvarianten an veganen, Gluten-freien, Nuss- bzw. Ei-freien Kuchen dargeboten. Selbstredend ist, dass zum Kaffee neben Kuhmilch auch Hafermilch angeboten wurde.
Der wieder von Christian Wieland gespendete leckere sortenreiner Apfelsaft rundete das große Sortiment ab, wobei die tiefrote Variante des Saftes vor allem Kinderaugen zum Staunen brachte. Wunderbar – wenn auch den Abverkauf sehr verzögernd – waren unter anderen die Momente, wenn nicht nur die Kleinen aufgeregt zwischen den beiden Kuchentheken hin und her liefen und sich eine ganze Weile nicht entscheiden konnten, welchen Kuchen sie auswählen sollen.
Dass sich unser Engagement gelohnt hat, zeigte sich nicht zuletzt darin, dass wir trotz einiger Regengüsse auch dieses Jahr vor Ende der Ausstellung ausverkauft waren und es ab da kein Krümelchen Kuchen mehr zu erwerben gab. Nochmals herzlichen Dank an alle Bäckerinnen und Bäcker, die dies durch Ihre üppigen Kuchenspenden möglich gemacht haben.
Zum Schluss noch ein paar Küchen-Fun-Facts (allerdings ohne Gewähr)
- 46 Kuchen,
- 39 verschiedenen Kuchensorten
- 6 Kuchen von einem Spender (danke Nico )
- 70 Liter Pilzsuppe
- 3 Kg Pilzbutter
- 18 Kg herrliches Holzofenbrot
- 27 verschiedenen Pilzarten in der Suppe/Butter
- 64 Spülmaschinendurchgänge (mindestens)
- mehr als 10 engagierte Küchenhelfende
- unzählige zufriedene Gäste
- häufigste Frage der Besucher: „Gibt’s noch Pilzsuppe???“
- exotischste Frage der Besucher: „Gibt’s die Pilzsuppe jeden Tag hier???“
Bericht: Marie-Luise Hüser, Silvia Bosch
Fotos: falls nicht anders angegeben: Silvia Bosch











