Rosafarbener Saftporling – Oktober 2026

Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta)

Rosafarbener Saftporling

Rhodonia placenta

placenta = Kuchen

 

Allgemeines

Rhodonia placenta ist ein auffällig gefärbter, resupinat wachsender Porling, der durch seine lachs‑ bis rosenrote Tönung sofort ins Auge fällt. Die Art verursacht Braunfäule und wächst flächig auf dem Substrat aufliegend, ohne Hutkanten auszubilden. Sie gilt als selten und wird in der Roten Liste Deutschlands mit der Kategorie D – Daten unzureichend geführt.

Agaricus campestris (Wiesenchampignon)

Foto: Nicolai Göring

Vorkommen

  • Auf totem nicht mehr frischem Nadelholz, häufig Fichte aber auch Tanne oder Kiefer.
  • Manchmal an schon mit Moos bewachsenen Nadelbaumstümpfen.
  • Kann auch an verbautem Nadelholz vorkommen.
  • Zirkumpolar, in Deutschland selten.

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Lachs‑ bis rosenrosa, teils himbeerrosa; im Alter ausbleichend bis bräunlich.
  2. Flächig aufliegend (resupinat), an senkrechten Substraten oft knotenförmig (nodulos).
  3. Poren rundlich-eckig, auf geneigtem Substrat unregelmäßiger.

Makroskopische Merkmale

 

Fruchtkörper: einjährig, flächig ausgebreitet (resupinat), 1–10 mm (selten bis 20 mm) dick, bilden bis zu 20-30 cm große elliptische Platten. In frischen Zustand weich und hygrophan, älter steif.
Rand: dünn, gefranst, steril

Poren: rundlich bis eckig, gelegentlich labyrinthisch; ca. 2–4 Poren pro Millimeter.

Röhren: 1–3 mm, selten auch länger.

Farbverlauf: jung kräftig rosa, später ausbleichend bis bräunlich.

Sporenfarbe: cremeweiß

Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta)
Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta)
Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta)
Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta)

Fotos: Silvia Bosch

Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta) von Volker
Schnitt durch den mit Moos durchwachsenen Fruchtkörper. Foto: Volker Draxler

Mikroskopische Merkmale

 

Hyphensystem: monomitisch; generative Hyphen 2–4(4,5) µm breit, hyalin, verzweigt, mit deutlichen Schnallen.

Zystiden: fehlen.

Basidien: keulig, zwei-, drei- oder viersporig beobachtet.

Sporen: glatt, hyalin, elliptisch bis zylindrisch, leicht gebogene Seiten; ca. 5,5–7,4 × 2,8–3,5 µm (Q ≈2) Nicht amyloid, cyanophil.

Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta) - Basisdien
Zweisporige Basidie.
Rosafarbene Saftporling (Rhodonia placenta) - Sporen

Sporen. Fotos: Helmut Walz

 

Verwertbarkeit

Der Rosafarbene Saftporling ist ungenießbar.

Allerdings handelt es sich auch um einen Holzzerstörer, der verbautes Nadelholz befallen kann.

Verwechslungen 

Erastia salmonicolor ist farblich ähnlich, hat aber eine andere Wuchsform, kleinere Sporen und ist Weißfäuleauslöser.

Mit dem Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans) kann der Rosafarbene Saftporling eigentlich nicht verwechselt werden, denn dessen Fruchtkörper steht vom Holz waagrecht ab.

Sie können über den Button PDF den Inhalt dieser Seite gerne herunterladen.

PDF