Goldtäubling – April 2026

russula aurea

Goldtäubling

Russula aurea

aurea = goldgelb, vergoldet

 

Allgemeines

In der Gattung Russula (Pers. Ex Fries) Gray finden wir epigäische Pilze mit meist lebhaft gefärbten Hüten, deren Lamellen geotropisch orientiert sind und aktive Sporenausschleuderung zeigen. Die Gattung unterscheidet sich innerhalb der Familie der Russulaceae von der Gattung Lactarius durch das Fehlen des Milchsaftes. In der Weltliteratur werden etwa 275 Russula-Arten unterschieden. Wichtige Gattungsmonographien wurden 1951 von Julius Schaeffer, 1962 von J. Blum, 1967 von H. Romagnesi und 1998 von Mauro Sarnari veröffentlicht. Die hier darzustellende Art, wohl eine der schönsten Russula-Arten überhaupt, findet man bei Schaeffer in der II. Sektion Gratae und der Untersektion Russulinae, wo Pilze mit mildem Fleisch und sattocker bis dottergelbem Sporenstaub stehen. Die Art wurde bereits 1796 von Withering beschrieben, 1838 von Fries übernommen.

 

Vorkommen

  • Juli bis September
  • im Nadel- und Laubwald
  • im kalkreichen Jura häufiger, nach Norden zerstreuter und selten.

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Die auffallend schöne Hutfarbe: leuchtend rotorange bis goldgelb;
  2. Der milde Geschmack;
  3. Die dottergelben Lamellenschneiden;
  4. Der chromgelb behauchte Stiel;
  5. Das charakteristische Sporenrelief der Gratae

Makroskopische Merkmale

 

Der Hut ist normalerweise 4 – 9 cm groß, die Hutfarbe auffallend: ein kräftiges Orangerot auf goldgelbem Untergrund, der auch das Hutfleisch noch deutlich einfärbt; die Oberfläche glänzt und ist lange schmierig, schließlich wird sie aber auch glatt und glanzlos; der Hutrand ist lange glatt, dann flach gerieft, die Huthaut ist angewachsen, nur feucht etwas vom Rand abziehbar.

Die Lamellen bleiben lange blass, werden dann durch reife Sporen buttergelb, ihre dünnen Schneiden sind schon früher zitronen- bis goldgelb; die am Grunde dicklichen Lamellen sind vorn und hinten abgerundet, oft breit, mitunter queradrig verbunden, von bröckeliger Beschaffenheit.

Der 3-8/1,5-2,5 cm große, weiße Stiel ist chromgelb behaucht bzw. befleckt, besonders an der Basis; er ist zunächst vollfleischig und fest, später schwammig-locker bis weich gekammert; an seiner Oberfläche ist er kahl, glänzend und auch schwach gerunzelt.

Das weißliche, etwas schmutzende Fleisch ist unter der Huthaut goldgelb gefärbt, es schmeckt fast immer mild und wird bald recht weich und schwammig; es besitzt einen schwachen Geruch, beim Zerreiben der Lamellen etwa wie Russula delica. Mit Sulfovanillin färbt es sich im oberen Stielmark purpurschwarzblau.

Das Sporenpulver in Masse ist schön dottergelb gefärbt.

Mikroskopische Merkmale

 

Die blassgelblichen Sporen sind länglich-rund, 9-12/9-11 µµ groß, ihre netzigen Grate sind schon bei schwächeren Vergrößerungen zu erkennen; die meist spindeligen Zystiden treten an den Lamellenschneiden gedrängt, an den Lamellenflächen spärlicher auf, sie sind meist ganz blass.

Verwertbarkeit

Essbar und recht schmackhaft, einzelne Autoren bezeichnen ihn sogar als ausgezeichneten Speisepilz.

 

Verwechslungen 

In der Farberscheinung dem Kaiserling, Amanita caesarea, ähnlich; von den gelbroten, milden Täublingen ist R. romellii-alutacea nach Farbe und Sporenaussehen recht ähnlich, doch fehlen die zitronengelbe Fleischfärbung unter der Huthaut und die blauenden Lamellenzystiden.

Weiterführende Links und Literatur:

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