Behangener Faserling – März 2026

Psathyrella candollolleana

Behangener Faserling

Psathyrella candolleana

psathyr- = fragil, zerbrechlich

candolleana: nach dem Schweizer Botaniker Alphonse Pyrame de Candolle benannt

Englisch: Pale Brittlestem,
Weitere Volksnamen: Behangener Mürbling, Lilablättriger Mürbling, Suppenfaserling

 

 

Allgemeines

Die Vertreter der Gattung Faserlinge, Mürblinge und Zärtlinge (Psathyrella) leben saprophytisch im Boden oder an Holz. Charakteristisch für sie sind ihr dunkles Sporenpulver, ihre zarte, leicht zerbrechliche Struktur und ihre meist kleine Gestalt. Für Speisepilzsammler haben sie keine große Bedeutung – es sind wohl keine giftigen Arten bekannt, aber die, die man essen kann sind wenig ergiebig und sehr brüchig.
Trotzdem haben es vier Arten dieser Gattung in die Positivliste der DGfM geschafft: der hier vorgestellte Behangene Faserling (Psathyrella candolleana), der Wässrige Mürbling (P. piluliformis), der Schokoladenbraune Mürbling (Homophron spadiceum) sowie der Frühe Mürbling (P. spadiceogrisea).

 

Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)

Foto: Silvia Bosch

Vorkommen

  • An totem (oft auch vergrabenem) Laubholz, gerne an verkrauteten Stellen
  • Auf Kalkböden, gesellig bis büschelig, manchmal auch einzeln
  • Frühsommer bis Herbst
  • häufig

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Hutrand mit Velumresten behangen
  2. Hygrophaner Hut
  3. Eng stehenden Lamellen

Makroskopische Merkmale

 

Hut: 2-6 cm; anfangs rundlich gewölbt, später abflachend. Honigfarben bis blassbeige, hygrophan, oft radialrunzelig und später längsfaserig eingerissen, jung am Rand mit Velumflocken (behangen)

Lamellen: Jung weiß, später violettgrau bis Schokoladenbraun, gedrängt, weißlich bewimpert

Stiel: weiß, 5-6 cm lang, dünn, zylindrisch, hohl, sehr zerbrechlich

Fleisch: brüchig, weiß, dünn, Geruch unbedeutend

Sporenpulverfarbe: purpurbraun

Chem. Reaktion: KOH auf Hutoberfläche etwas rosa

Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)
Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)
Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)
Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)

Fotos: Silvia Bosch

Behangene Faserling (Psathyrella candolleana)

Mikroskopische Merkmale

 

Sporen: elliptisch, schmal, glatt, 7-9/4-5 µm – mit Keimporus

Zystiden: nur an den Lamellenschneiden

Basidien: keulig,20-25×7-8 µm mit 4 Sterigmien und teilweise mit Schnallen

Huthaut: mit rundlichen bis bohnenförmigen Zellen 25-30 x 3-30 µm

Behangene Faserling (Psathyrella candolleana) - Lamellenschneide

Lamellenschneide – Foto: Helmut Walz

Psathyrella candollolleana - HDS

Zellen in der Hutdeckschicht – Foto: Helmut Walz

Verwertbarkeit

Essbar, laut Literatur als Suppenpilz geeignet, aber sehr zerbrechlich und wenig ergiebig.

Verwechslungen 

Der Behangene Faserling kann mit dem Grauweißen Faserling (Psathyrella marcescibilis) verwechselt werden, der jung ebenfalls einen behangenen Hutrand haben kann. Er ist deutlich kleiner als der Behangene Faserling und weniger häufig zu finden. Ansonsten ist auch eine Verwechslung mit dem Wässrigen Mürbling (Psathyrella piluliformis) möglich, der eine dunkler braun gefärbte Huthaut zeigt. 

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