Wurzelnder Fälbling – Mai 2022

Wurzelnder Fälbling

Wurzelnder Fälbling

Hebeloma radicosum

 (Bull) Ricken

radicosus = wurzelnd

Allgemeines

Die „falbe“ Färbung der Fälblinge (Gattung Hebeloma Kummer 1871) reicht von blass tonfarben bis kräftig semmelfarben mit ockerlichen, rötlichen oder zimtfarbenen Tönungen, vergleichbar denen des Semmelstoppelpilzes. Es handelt sich um Waldpilze, von denen die meisten in Ektomykorrhiza leben, unter denen sich auch einige angeblich giftige Arten befinden. Die kräftigeren Arten sind ritterlings-, die schlankstieligen schleierlingsähnlich. Als Gattungsmerkmale sind zu nennen: die nie herablaufenden Blätter, der schmutzigbraune Sporenstaub, der oft spezifische Geruch und die feucht klebrigen Hüte. Der 1911 von Ricken mit obigem Binominal versehene Pilz ist der einzige leicht kenntliche und problemlose Vertreter der Gattung.

Wurzelnder Fälbling

Vorkommen

  • Juli bis Oktober
  • stets bei Laubholzstümpfen, deren morschen Wurzeln er aufsitzt
  • er bevorzugt nährstoffreichere, kalkhaltige Böden
  • nicht selten

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Der tief in die Erde verlängerte „wurzelartige“ Stiel
  2. Der fast häutige, abstehende, fetzige Stielring
  3. Der unter dem Ring grobschuppige Stiel
  4. Der starke marzipanähnliche Geruch nach Bittermandeln (vor allem an den Lamellen wahrnehmbar)

Makroskopische Merkmale

 

Der 6-9-(15) cm breite, schmierige Hut ist weiß- bis rotbräunlich gefärbt, nie reinfarbig, stets verwaschen und von eingewachsenen Schuppen dunkler gefleckt; er ist glatt, derbfleischig, beim jungen Pilz ist der Hutrand oft fransig behangen (Reste des Partialvelums). Die weißlichblassen, dann ockergrauen, schließlich bräunlichen Lamellen haben eine helle Schneide, sie stehen dicht und sind ausgebuchtet. Der 8-15-(20)/1,5-2,5 cm große Stiel besitzt einen ziemlich tiefsitzenden, häutigen Ring; oberhalb des Ringes ist der Stiel mehlich, unterhalb dagegen grobschuppig, fast genattert; er hat in der Erde eine steife, wurzelartige, zugespitzte Verlängerung, die länger als der eigentliche Stiel sein kann; die Farbe des Stieles wird mit schmutzig blassgrau bis hellbräunlich beschrieben. Das blasse, milde, aber auch etwas bitterliche Fleisch ist fest, riecht kräftig nach Bittermandel (und/oder Lorbeeren) und verfärbt sich mit Guajak langsam blaugrün, mit Phenol violettlich-schokoladenbraun. Der Sporenstaub ist schmutzig tabakbraun gefärbt.

Mikroskopische Merkmale

 

Die blassbraunen, feinwarzig-rauen Sporen sind 8-10/5,5-6 µm groß; sie sind mandelförmig mit kleiner Spitze; an den Blattschneiden befinden sich schwach keulige Zellen mit kopfigen Enden.

Wurzelnder Fälbling

Verwertbarkeit

Nicht giftig, aber als Speisepilz nicht geschätzt, da nicht schmackhaft.

Verwechslungen 

Von den anderen Fälblingen sind die großfrüchtigen hier zu nennen:

Hebeloma sinapizans: Großer Rettich-Fälbling, mit starkem Rettichgeruch, fehlender   Lamellen-Guttation, von gedrungenem Wuchs und unangenehmem, bitterlichem Geschmack, auf Kalkböden bei Buchen wachsend.

Hebeloma crustuliniforme: Tongrauer Fälbling, mit wasserhellen Guttationstropfen an den Lamellenschneiden und blasseren, milchkaffeefarbigen Hüten, bei Haselnusssträuchern.

Hebeloma edurum: Kakaofälbling, mit süßlichem Kakaogeruch, Schuppenkränzen oberhalb der braunwerdenden Stielbasis, auf Kalk wachsend.

 

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