Pilz des Monats April 2018 – Rötender Saftwirrling

03. Mai 2018 | Aktuelles, Pilz des Monats

Rötender Saftwirrling

Abortiporus biennis

(Bull. 1789 : Fries 1821) Singer 1944

geschrieben von Ingeborg Dittrich

Allgemeines

Die Gattung mit den zwei Arten Abortiporus biennis und Abortiporus fractipes gehört im weiteren Sinne zu den Polyporaceen (Porlingsverwandten). Die Fruchtkörper sind vielgestaltig. Scheinbar auf Erde sitzend, jedoch stets auf Holz wachsend; einjährig und Weißfäule erzeugend.

Vorkommen

Die rosettenartigen Fruchtkörper des Rötenden Saftwirrlings wachsen in warmen, milden Laubwäldern und dort gerne auf Wurzeln. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Rotbuchen-Eichenwäldern bis hin zu Erlen- und Auenwäldern.

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Fruchtkörper konsolenartig übereinandersitzend, vielgestaltig
  2. Poren auf Druck rötend
  3. Fruchtkörper sind nach unten stielartig verschmälert
  4. Auf Holz wachsend

Makroskopische Merkmale

Dass es ein „Holzpilz“ ist, wird im ersten Moment nicht vermutet, da er scheinbar auf dem Waldboden wächst. Die Poren sind eckig-länglich-labyrintisch und werden auf Druck nach einiger Zeit rötlich.

Häufig sind an den Fruchtkörpern eingewachsene Pflanzenteile zu beobachten. Context nur wenige Millimeter dick, weißlich bis blass lederfarben, zweischichtig: oben weich und schwammig, unten fest und faserig, Poren weißlich-ockerfarben, jung an Druckstellen rötend, eckig bis länglich labyrinthisch.

Längsschnitt: in der oberen Hälfte der unregelmäßigen Röhren; zwischen den Hyphen immer wieder Gruppen von Chlamydosporen.

Mikroskopische Merkmale

(Zeichnungen Frau Dr. Maser)

Sporen: 5-6-8 (9) / 3,5-4-4,5-5+ µm leicht dickwandig

Chlamydosporen dickwandig, im Exsikkat sind die vielen Tröpfchen des frischen Fruchtkörpers meist zu einem oder wenigen Tropfen zusammengeflossen z. B. 6,5/6; 7/6-7; 7,5/7; 8/7,5-8; 9/8 µm

Präparat aus der Mitte des Fruchtkörpers Skeletthyphen (2) 3-5+ µm Ø, ± dickwandig bis voll, ohne Septen generative Hyphen mit großen Schnallen, 2-3-4 µm Ø bis 8µm Ø angeschwollen
Basidien und Gloeocystiden an manchen Stellen nicht selten, an anderen fehlend

Verwechslungen

Der Rötende Saftwirrling kann mit dem Gezonten Korkstacheling (Hydnellum concrescens), mit dem Kiefern-Braunporling (Phaeolus spadiceus) und dem Kreiselförmigen Schütterzahn (Sistoderma confluens) verwechselt werden.

Verwertbarkeit

Ungenießbar Porlinge sind nicht giftig, nur wenige sind aber eßbar.

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